Unternehmensgründung: „Eine spannende Zeit, in der ich viel gelernt habe!“

Vor drei Monaten wurde AUTOSCAN zu einem eigenständigen Unternehmen. Im Interview erzählt Gründer Johannes Widmann, wie es ihm bisher erging!

Frage: Es ist jetzt ziemlich genau 3 Monate her, dass Du und Hans-Peter AUTOSCAN gegründet habt. Schon bereut?

Johannes: [lacht] Nein, nicht einen Moment! Im Gegenteil: Es war bisher eine sehr spannende Zeit, in der ich viel gelernt habe.

Frage: So eine Firmenneugründung bringt natürlich einiges an Arbeit mit sich. Was gab es denn alles zu tun?

Johannes: Eine ganze Menge, wo fange ich da an? Unsere „Gründungs-Checkliste“ ist ein paar Seiten lang [lacht]. Da war zum Beispiel am Anfang die Frage, wie das neue Unternehmen heißen soll. Wir haben überlegt einen neuen Namen zu finden, entschieden uns dann aber für den Produktnamen AUTOSCAN – wir stecken alle unsere Energie in dieses Produkt, also können wir auch so heißen. Dann stellten wir uns die Frage, wo der Firmensitz sein soll.

Frage: Firmensitz heißt nicht ein Büro, wo ihr alle sitzt, oder?

Johannes: Stimmt, wir sind ein „Home Office First“-Team – alle arbeiten von zu Hause aus und wir treffen uns regelmäßig. Dazu gab es dann auch wieder einige rechtliche Dinge zu klären, zum Beispiel, wo Abgaben gezahlt werden, wie das mit den Reisekosten genau aussieht und so weiter.

Frage: Apropos Recht: Habt ihr Euch in diesem Bereich Unterstützung geholt?

Johannes: Ja, natürlich – genauso wie bei Themen wie Steuerberatung, Versicherung oder Buchhaltung. Man wäre schlecht beraten, wenn man glaubt, dass man alles selbst machen kann. Wenn ich da nur an unseren Gesellschaftsvertrag denke!

„Man wäre schlecht beraten, wenn man glaubt, dass man alles selber machen kann.“

Frage: Ist der so kompliziert?

Johannes: Ich würde sagen er ist ausgefeilt [lacht]. Und das muss er auch sein. Man muss beim Aufsetzen solcher Verträge eine Vielzahl an möglichen Situationen durchdenken. Was, wenn Hans-Peter und ich uns bei einer wichtigen Entscheidung nicht einig werden? Oder wenn einer von uns stirbt?

Das sind Situationen, an die man eigentlich nicht denken will. Aber man sollte, um zu garantieren, dass das Unternehmen für lange Zeit stabil läuft. Und bei all diesen Überlegungen hilft eine Anwaltskanzlei enorm. Vor allem auch, wenn sie speziell Erfahrung mit IT-Unternehmen und Start-ups hat.

Frage: Da Du „IT“ erwähnst – die ganze Infrastruktur musste wahrscheinlich auch geschaffen werden.

Johannes: Uff, ja, das war auch ein ganz schöner Brocken! Wir mussten zum einen alles aus dem Unternehmen CSS herauslösen, was wir in den letzten Jahren an Infrastruktur und Automatisierung aufgebaut haben.

Zum zweiten mussten wir unsere eigene IT-Infrastruktur aufbauen. Alleine die Entscheidungen, welche Produkte und Lizenzen für uns technisch und finanziell einen Sinn machen, haben einen guten Monat gebraucht. Wir setzen jetzt ganz auf die Cloud und Microsoft-Produkte und betreuen selbst keine Hardware mehr.

Jemand, der noch nie ein IT-Unternehmen gegründet hat, kann sich schwer vorstellen, was so alles an Systemen, Tools, Services notwendig ist. Nicht nur für die Produkt-Entwicklung an sich, aber auch für die Rechnungslegung, die Arbeitszeiterfassung, die Kundenbetreuung, Projektauswertungen, die Website und mehr!

Unser Credo bei diesen Prozessen und unseren Entscheidungen lautete immer „automatisieren, was sich automatisieren lässt“ und „je weniger Prozesse desto besser“. Wir möchten unsere Energie in unser Produkt stecken und nicht in administrative Prozesse oder repetitive Tätigkeiten.

„Unser Credo bei allen Entscheidungen lautete `automatisieren, was sich automatisieren lässt´.“

Frage: Hat es geholfen, dass Hans-Peter und du schon davor Geschäftsführer in der CSS wart?

Johannes: Absolut! Vieles war uns nicht mehr neu beziehungsweise bewusst. Ich kann so eine Vorbereitung nur empfehlen! [lacht]

Frage: Ihr seid nicht nur zu zweit im Unternehmen. Wie groß ist das Team aktuell?

Johannes: Insgesamt sind wir zu fünft. Das heißt auf der einen Seite, dass Hans-Peter und ich auch Arbeit mit dem Personalwesen haben.

Aber auf der anderen Seite haben wir ein Team bestehend aus Allroundern, Mitdenkern und Teamplayern. Es gibt niemanden, der auf die Idee kommt zu sagen „Das ist nicht mein Thema, das geht mich nichts an.“. Und genau solche Leute braucht man in einem Start-up, darüber bin ich sehr dankbar!

„Wir haben ein Team bestehend aus Allroundern, Mitdenkern und Teamplayern.“

Frage: Auf die letzten Monate zurückblickend, würdest du etwas anders machen?

Johannes: Da fällt mir nur ein – nicht im Frühsommer gründen, denn in der heißen Phase sind dann ständig Leute auf Urlaub, die man dringend braucht! [lacht]

Nein, ernsthaft, eigentlich nichts. Man sollte es auf alle Fälle nicht unterschätzen, denn zu all den erwähnten Sachen kommen noch hunderttausend Kleinigkeiten dazu. Erst vor zwei Tagen habe ich zum Beispiel endlich einen Firmenstempel bestellt!

Ich freue mich, dass wir jetzt die Welle der Gründungsaktivitäten hinter uns gelassen haben. Das bedeutet nämlich, dass wir uns wieder vollkommen auf die Weiterentwicklung von AUTOSCAN konzentrieren können!

Über Johannes Widmann

Johannes Widmann ist einer der Geschäftsführer von AUTOSCAN. Gemeinsam mit Hans-Peter Zillner gründete er das Unternehmen Mitte 2021. Er startete seine IT-Laufbahn als Software-Entwickler im CSS-Team, wurde später dort Projektleiter/Product Owner und schlussendlich geschäftsführender Gesellschafter.